Papageienschutz aktuell

Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

In Mexiko ist kein Ende des illegalen Handels mit Papageien in Sicht

In den siebziger und achtziger Jahren wurden die meisten illegal gefangenen Papageien über eine durchlässige Grenze in die USA geschmuggelt. Dabei wurden sie meist in enge Pappkartons gestopft und mit Alkohol abgefüllt, um ihr Geschrei zu unterdrücken. Jetzt, da die Populationen wildlebender Papageien abnehmen, die Nachfrage nach Papageien für die Haustierhaltung jedoch zunimmt und die Grenzen stärker bewacht wird, werden etwa 90 Prozent der Papageien werden innerhalb von Mexiko auf den Märkten verkauft.Mitten in Mexico City geht der illegale Verkauf von gefährdeten Tierarten weiter. Auf überfüllten Märkten werden die Tiere zur Unterhaltung der Menschenmengen missbraucht, seltene Vogelarten, Papageien, Schlangen und Affen werden in enge Käfige gestopft. Die Besitzer der Marktstände werben mit der Aussage, dass Sie jede Tierart vom Jaguar bis hin zum Krokodil besorgen und nach Hause zu den Käufern liefern können. Der Naturschützer Juan Carlos Cantu steht dem Geschehen fassungslos gegenüber und sieht kaum eine Möglichkeit, den illegalen Tierhandel zu beenden. Polizisten bewegen sich auf den Märkten aber sie ignorieren die dort herrschenden Missstände, so dass hier auch das Gesetz nicht weiterhilft. Der Handel mit Papageien macht einen großen Anteil am illegalen Tierhandel aus, was aus Sicht der Tierschützer sehr besorgniserregend ist. Mexico hat noch 22 verschiedene Papageienarten aufzuweisen, von denen die Hälfte vom Aussterben bedroht sind und alle bis auf zwei unter Artenschutz stehen. Einige Arten sind nur noch durch weniger als 10.000 Vögel vertreten. Nach Schätzungen der Tierschützer wurden im letzten Jahr in Mexico etwa 80.000 Papageien illegal gefangen. 80 Prozent dieser Wildfänge sterben schon, bevor sie überhaupt verkauft werden können. Obwohl in Mexico der Verkauf von Vögeln, die unter Artenschutz stehen und der Export von Papageien verboten sind, werden die Gesetze, die eigentlich dem Schutz der Tiere dienen sollten, weitgehend ignoriert. Allgemein wird der illegale Tierhandel im Land kaum als Verbrechen angesehen und jeder, vom einfachen Dorfpolizisten bis hin zum Richter, verschließt die Augen vor diesem gewaltsamen Treiben. Wer sich nicht an das Gesetz hält, kann zwar bis zu 12 Jahre Gefängnisstrafe erhalten, jedoch wird davon sehr selten Gebrauch gemacht. Strafverfolger haben es in einem Land, in dem der Drogenhandel vorherrscht, sehr schwer, Gerichte davon zu überzeugen, dass auch im Bezug auf den illegalen Papageienhandel ein härteres Durchgreifen erforderlich ist. Die staatliche Umweltschutz-Agentur Profepa startet zwar gelegentlich Versuche, auf den Märkten Tiere zu befreien aber mit geringen Geldmitteln und wenig Anerkennung kann sie lediglich Tiere beschlagnahmen und den Händlern Strafgelder auferlegen. Oft werden die Verkäufer auch von korrupten Polizisten vor solchen Aktionen der Agentur gewarnt. So sind die Händler einen Tag später wieder mit neuen vom Aussterben bedrohten Vögeln und Reptilien zurück, die sie für gerade mal 200 Dollar Gewinn jagen und einfangen. Jose Antonio Buendia, Mitglied der Agentur, weist auf die herrschende Diskrepanz zwischen dem, was die Händler umsetzen und dem was die Tierschützer am Ende dagegen tun können hin. Die nötigen Geldmittel und Leute fehlen, um wirkungsvoll tätig werden zu können. “Mit dem Tierhandel ist es wie mit dem Drogenhandel - man weiß wo er stattfindet aber man kann nichts dagegen machen. Solange die Nachfrage da ist und Papageien als Haustiere gehalten werden, wird auch der Markt dafür beständig bleiben”, sagt der Naturschützer Cantu./HHB/
Quelle: Reuters, 01.03.2007, http://www.alertnet.org/thenews/newsdesk/N01408187.htm

In Nicaragua gedeiht der illegale Handel mit Wildvögeln

Naturschützer in Nicaragua drängen auf Maßnahmen gegen den illegalen Handel mit Wildvögeln.Die Dringlichkeit solcher Maßnahmen wurde deutlich, nachdem einem BBC-Journalisten, der sich als ausländischer Käufer von Wildtieren ausgegeben hatte, zahlreiche Papageien verschiedener Arten - vielfach im Straßenverkauf - angeboten worden waren, darunter auch Exemplare des ‘Großen Soldatenaras’ (ara ambigua), der in seinen natürlichen Lebensräumen [...]

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