Papageienschutz aktuell

Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Impfstoff gegen Vogelgrippe an Mäusen getestet

Ein Impfstoff gegen Vogelgrippe, der auf dem Erbgut von verschiedenen Stämmen des H5N1 Vogelgrippe Virus basiert, löste bei Mäusen nach der Injektion in ihre Muskeln eine heftige Immunabwehr aus, wie eine Studie zeigte. Wissenschaftler in Taiwan und den U.S.A. betätigten, dass der Impfstoff die Mäuse vollständig gegen die H5N1-Erregerstämme, die aus verschiedenen Gebieten wie Vietnam, der Türkei und China bekannt sind, schützt. "Wir verabreichten den Mäusen den Impfstoff und nach etwas mehr als einer Woche waren sie immun, so dass wir sie lebenden Virenstämmen aus Vietnam, der Türkei, Indonesien und aus einer chinesischen Provinz aussetzen konnten", teilte einer der Wissenschaftler aus einem Forschungszentrum in Taiwan der Agentur Reuters telefonisch mit. "Die Mäuse waren komplett gegen die Virenstämme aus Vietnam, der Türkei und der chinesischen Provinz geschützt und etwa achtzig Prozent der Tiere wiesen einen Schutz gegen den indonesischen Virenstamm auf, was immer noch sehr viel ist". Eine weitere Gruppe von Mäusen, die nicht geimpft wurden, starb innerhalb weniger Tage nach der Infektion mit einer tödlichen Dosis des Erregers. Impfstoffe, die auf Erbgut basieren, stellen eine Abweichung von den auf herkömmliche Weise hergestellten Impfstoffen, die in einem langwierigen Prozess in Hühnereiern heranreifen müssen und im Ernstfall einer Pandemie somit Mangelware wären, dar. Das H5N1 Vogelgrippevirus befällt bisher meist Vögel und ist heimisch in Schwärmen aus vielen Teilen Asiens. Ebenso hat es sich auf Vogelschwärme in Afrika und gelegentlich auch in Europa ausgedehnt. Zwar befällt das Virus Menschen sehr selten aber wenn dies passiert, sind die Folgen für das Opfer dramatisch. Nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat es seit 2003 inzwischen 385 Menschen infiziert, von denen bisher 243 starben. Mindestens 16 Firmen arbeiten zur Zeit an Impfstoffen zur Vorbeugung gegen Vogelgrippe-Infektionen beim Menschen, wbei dieser Prozess allerdings sehr problematisch ist. Es ist schwierig, diese Impfstoffe herzustellen, da sie monatelang in Hühnereiern heranreifen müssen, während Viren allerdings ständig mutieren. Der Impfstoff der Wissenschaftler beinhaltet übereinstimmende Erbgut-Sequenzen. Diese basieren auf verschiedenen Typen des H5N1 Virus, die seit 1997, als es erstmalig Menschen in Hong Kong infizierte, entdeckt wurden. Die Forscher hoffen, dass sie mit ihrem Experiment bald einen Schritt weiter kommen, indem sie die Zulassung für Tests am Menschen bekommen.
 
Quelle: "Birds flu vaccine gives strong protection in mice", Reuters, 01.09.2008

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