Ein Drittel der in den U.S.A. lebenden Vogelarten bedroht
Wissenschaftlern zufolge ist nahezu ein Drittel aller Vogelarten in den Vereinigten Staaten von Amerika gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht, darunter auch die auf Hawaii lebenden Vogelarten. Der amtierende U.S.-Innenminister brachte zusammen mit Naturschützern und Ornithologen eine Dokumentation zur derzeitigen Situation der im Land existierenden Vögel heraus. Die Studie zeigte jedoch nicht nur die negative Entwicklung, sondern auch Erfolge auf, wie beispielsweise die Rückgewinnung des Weißkopfseeadlers, des Wanderfalken und anderer Arten. “Wenn wir über Vögel und Wildtiere allgemein reden, sprechen wir damit gleichzeitig auch die Wirtschaft unseres Landes an”, teilte der Innenminister Reportern nach Herausgabe der Dokumentation mit. Die Beobachtung von Wildtieren und die Regenerierung von gefährdeten Populationen bringt der Studie zufolge etwa 120 Milliarden US-Dollar jährlich ein - dabei nehmen besonders die Einnahmen durch Vogelbeobachtungen, Fischen und Jagen einen hohen Stellenwert ein. Der Innenminister betonte, dass die Planung des U.S.-Präsidenten Obama hinsichtlich des finanziellen Budgets für 2009 und 2010 mehr Geldmittel für die Behörde U.S. Fish and Wildlife Service (1), die sich unter anderem für den Vogelschutz einsetzt, bereit stelle. Die Studie basiert auf Daten, die von der Regierung und Wissenschaftlern gesammelt und durch Informationen von Amateur-Vogelbeobachtern ergänzt wurden. Die Populationen der im Moorland lebenden Vogelarten haben sich seit 1968 vergrößert, die Vogelzahl in anderen Lebensräumen wie Wälder, Weideland und Wüstengebiete soll sich hingegen um etwa 40 Prozent verringert haben. Besonders auf der eigentlich paradiesisch anmutenden Insel Hawaii ist der Rückgang der Vogelpopulationen drastisch. Dort sind die Vogelarten stärker vom Aussterben bedroht als in anderen Regionen der U.S.A. Bevor die menschliche Zivilisation Hawaii erreichte, existierten dort 113 verschiedene Vogelarten, die an keinem anderen Ort der Welt zu finden waren. Seit Ankunft der Menschen sind dort 71 Arten ausgestorben und mehr als 30 sind extrem bedroht. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung soll die Einführung von neuen Pflanzen- und Tierarten in das bestehende Ökosystem der Insel gewesen sein. “Die meisten Amerikaner wären überrascht, wenn sie wüssten, dass gerade an einem Ort, den wir als idyllisches Paradies betrachten, soviele ernsthafte Probleme hinsichtlich der Erhaltung der dort lebenden Vogelarten bestehen”, sagte ein amerikanischer Vogelschützer, der für die herausgegebene Studie das Kapitel über den Lebensraum Hawaii verfasst hatte. “Eine derartige Insel-Flora und -Fauna reagiert sehr empfindlich auf die Einführung von neuen Arten”. Insgesamt beheimaten die Vereinigten Staaten von Amerika mehr als 800 Vogelarten, von denen etwa 67 als gefährdet gelten, während weitere 184 Arten zumindest auf Grund eines Rückganges ihrer Populationsgröße Anlass zur Sorge geben.
