Handel mit afrikanischen Wildtieren boomt
Das englische Online-Magazin Wildlife Extra erhielt kürzlich von einem Tierhändler aus dem ostafrikanischen Staat Tansania ein Angebot für den Erwerb von Wildtieren, das viele verschiedene Arten beinhaltete. Obwohl zur Zeit aus Angst vor der Vogelgrippe keine Wildvögel nach England eingeführt werden dürfen, ist die Einfuhr von exotischen Wildvögeln jedoch in vielen anderen Ländern noch erlaubt. Die Mitarbeiter des Online-Magazins waren über die in der Angebotsliste aufgeführten Arten gleichermaßen erstaunt und schockiert. So wurde beispielsweise zum Preis von 2000 US Dollar ein Sekretär, der auf Grund seiner Ähnlichkeit mit Kranichen früher auch als „Kranichgeier“ bezeichnet wurde, angeboten. Es handelt sich dabei um einen Greifvogel, der meist am Boden laufend nach Schlangen und Eidechsen jagt. Für 1800 $ konnte man einen Augurbussard, eine Unterart des Mäusebussards, für 600 $ einen Schreiseeadler – ein afrikanischer Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen -und auch zu niedrigeren Preisen noch jede Menge andere Arten erwerben. Die Mitarbeiter von Wildlife Extra täuschten dem Händler gegenüber Interesse am Erwerb von Wildvögeln vor und fragten ihn nach den bestehenden Möglichkeiten, eine Exporterlaubnis für verschiedene der angebotenen Arten zu erhalten. „In unserem Land gibt es diesbezüglich kein Problem, hier ist alles möglich. Sobald Sie sicher sein können, dass Sie eine Einfuhrgenehmigung für die Tiere in ihr Land erhalten, können wir völlig problemlos unsere Geschäfte machen, wir müssen nur von beiden Seiten her einen seriösen Eindruck hinterlassen. Gegen Bezahlung mache ich alles was Sie wollen“, versicherte der Tierhändler. Die Mitarbeiter des Online-Magazins entdeckten bei weiteren Recherchen sogar ein eigens für Wildtierhändler und potentielle Käufer eingerichtetes Forum. Die dort geführte Kommunikation über nicht bezahlte Lieferungen und Lieferungen, die trotz Zahlungen der Käufer ausblieben, lassen schon aufQuelle: „Wildlife trade raping Africa – Hundreds of species for sale on the internet“, Wildlife Extra, November 2009 (www.wildlifeextra.com)
