Massiver Rückgang der natürlichen Ressourcen in Afrika
Viele afrikanische Länder wirtschaften ihre natürlichen Ressourcen extrem schnell herunter. Da der Bevölkerungszuwachs den Kontinent an seine ökologischen Grenzen treibt, warnte der WWF kürzlich in einem ausführlichen Bericht über den "ökologischen Fußabdruck" Afrika’s, den die Menschen mit ihren Anforderungen an die Natur hinterlassen. "Eine wachsende Anzahl afrikanischer Länder dezimiert ihre natürlichen Ressourcen - oder wird es in Kürze tun - schneller als für diese Ersatz gefunden werden kann", erklärte der Präsident des WWF auf einer Konferenz in Johannesburg. In dem Bericht werden Ägypten, Libyen und Algerien als Spitzenreiter der Länder, die schon weit über ihre ökologischen Mittel hinaus leben, bezeichnet. Allerdings sind weitere neun Länder zu verzeichen, zu denen Marokko, Tunesien, Äthiopien, Kenia, Uganda, Senegal, Nigeria, Süd-Afrika und Zimbabwe zählen, die ihre ökologischen Kapazitäten restlos ausschöpfen. Der WWF erstellte den Bericht gemeinsam mit einem amerikanischen Forscherteam der Organisation Global Footprint Network (1). Aus diesem geht hervor, dass trotz des übermäßigen Verbrauches von Ressourcen in einigen Ländern, Afrika insgesamt mit dem Pro-Kopf-Verbrauch der Bevölkerung von 1,1 Hektar Land- und Wasserfläche noch gerade unter der ökologischen Kapazität von 1,3 Hektar pro Kopf liegt. Der globale Pro-Kopf-Verbrauch liegt jedoch schon bei einer Fläche von 2,2 Hektar, obwohl nur 1.8 Hektar pro Person verfügbar wären, so dass die Menschheit bis 2050 schon fast zwei Planeten für ihr Überleben benötigt, wenn der Verbrauch weiterhin so schnell steigt. Die größte Gefahr für den Kontinent ist das rasend schnelle Wachstum der momentanen Bevölkerungszahl von 680 Millionen, deren Verdopplung in Zukunft nicht auszuschließen ist. In dem Fall würde Afrika nahezu ein Viertel der Weltbevölkerung beherbergen. Obwohl die Weiterentwicklung für die sozial schwachen Afrikaner lebenswichtig ist, müssen sie mit Rücksicht auf das eingeschränkte ökologische Budget handeln. "Eine Entwicklung, die die Begrenzungen unserer natürlichen Ressourcen ignoriert, führt letzlich dazu, dass gerade die Menschen, die auf dem Land leben und somit am meisten abhängig von den natürlichen Ressourcen sind, einen hohen Preis zahlen müssen", warnte der Direktor der Organisation Global Footprint Network.
(1) Die Organisation ‘Global Footprint Network’ wurde 2003 mit dem Ziel gegründet, die ökologische Begrenzung unserer Erde aufzuzeigen und der Tatsache, dass die Menschheit mehr natürliche Ressourcen verbraucht, als unser Planet produzieren kann, entgegenzuwirken.
Quelle: "Africa fast running down resources - WWF Report", Reuters, 10.06.2008
