Frau starb an Vogelgrippe in China
In Peking starb kürzlich eine neunzehnjährige Frau an einer Infektion durch das Vogelgrippevirus H5N1, nachdem sie mit Geflügel in Kontakt gekommen war. Seit fast einem Jahr war dies in China wieder der erste Fall einer Erkrankung an Vogelgrippe beim Menschen. Experten zufolge ist dieser Fall zwar nicht so ungewöhnlich, da das Virus in den kälteren Monaten zwischen Oktober und März sowieso aktiver ist, jedoch zeigt er eindeutig die Lücken in der Überwachung von möglichen H5N1-Infektionen beim Geflügel. Mit der weltweit größten Geflügel-Population und mehreren hundert Millionen von Bauern, die die Vögel in ihren Hinterhöfen züchten, spielt China im globalen Kampf gegen die Vogelgrippe eine entscheidende Rolle. “Die Frau wurde am 24. Dezember krank und kam am 27. Dezember ins Krankenhaus, wo sie innerhalb weniger Tage verstarb”, teilte die Stadtverwaltung in einer Erklärung mit. Dem Gesundheitsamt zufolge hatte die Frau Kontakt zu Geflügel, bevor sie erkrankte. Sie hatte neun Enten auf einem Markt in der Nähe von Peking gekauft und dann geschlachtet, wie die örtliche Nachrichtenagentur berichtete. Drei Enten verschenkte sie an Verwandte und Freunde, während sie die restlichen sechs Tiere selbst behielt. Etwa 116 Personen, darunter 14 Familienangehörige und Nachbarn der erkrankten Frau, sowie medizinische Angestellte kamen mit ihr in Kontakt. “In vielen Teilen der Welt gehen die Fälle einer Infektion mit H5N1 auf den Kontakt mit infiziertem Geflügel zurück. Eine Infektion beim Menschen bestätigt die Existenz von infiziertem Geflügel in der näheren Umgebung”, betonte ein Virologe aus Hong Kong. “Dies bedeutet, dass es Lücken in der Überwachung des Geflügels gibt.” Das H5N1 Virus ist zwar vorrangig eine Seuche, die Vögel betrifft aber Experten fürchten, dass sich das Virus genetisch so verändern kann, dass es leicht von Mensch zu Mensch übertragbar wird und damit eine weltweite Epidemie auslösen könnte, bei der Millionen Menschen sterben. Der Fall aus Peking wurde der Weltgesundheitsorganisation und den Gesundheitsbehörden in Hong Kong und Macao gemeldet. Eine außerordentliche Sitzung wurde einberufen, die sich mit diesem Fall von Vogelgrippe beschäftigte. Den letzten, durch eine H5N1-Infektion ausgelösten Todesfall, hatte es im Februar des letzten Jahres gegeben, als eine vierundvierzig Jahre alte Frau in der südchinesischen Provinz Guangdong an der Krankheit starb.
