Rettung der Seevögel
Die Überlebenssituation der Seevögel ist Statistiken zu Folge nicht gerade gut. Die hohe Todesrate von Seevögeln und die Gefahr für diese Tiere, als Beifang in den Leinen der Fischer zu landen, sind für den Rückgang der Seevogelarten um etwa 80 Prozent verantwortlich. Die Organisation Bird Life International führt ein weltweites Projekt zur Rettung der Seevögel durch, das vor allem das für die Vögel meist tödliche Zusammentreffen mit der Fischerei verhindern soll und unterstützt eine ganze Reihe von Satellitenüberwachungsprojekten. Unter den Seevögeln sind Albatrosse und Sturmvögel besonders gefährdet, da sie nur langsam heranwachsen und selten brüten. „Der Verlust von nur wenigen Vögeln kann schon schwerwiegende Folgen haben“, warnte der Leiter dieses Projektes. Der Hauptgrund für den Untergang dieser Vögel ist die Langleinenfischerei. Boote werfen hinter sich manchmal bis zu 100 km lange Fischerleinen aus, an denen Tausende von Haken mit Ködern befestigt sind. Die Vögel schwärmen zu den Ködern, verhaken sich und ertrinken dann. Pro Jahr sterben dabei schätzungsweise mehr als 100.000 Albatrosse. Die Einsicht, dass sich die Langleinenfischerei und Seevögel auf diese Weise in die Quere kommen, stellt einen wichtigen Schritt für die Verringerung dieses Risikos dar. „Kontrolldaten sind extrem wichtig“, betonte eine an dem Projekt beteiligte Mitarbeiterin. „Denn damit können wir regionalen Fischervereinigungen genau zeigen, wo die Probleme liegen und an welchen Stellen schadenbegrenzende Maßnahmen dringend erforderlich sind“. Darüber hinaus soll das neue Projekt auch helfen, das Wissen über die Wanderungen von Albatrossen und Sturmvögeln zu vervollständigen. So statten beispielsweise Wissenschaftler verschiedener Organisationen zusammen mit der Küstenwache in Südafrika Sturmvögel mit Satelliten-Chips aus, um erste Daten über die Verbreitung dieses bedrohten Vogels auf See zu erhalten. Die Vögel werden mittels Sendern überwacht, die mit wasserfestem Band auf deren Rücken befestigt sind. Vorbeikommende Satelliten empfangen in Abständen Signale über die Sender und ermitteln ihre Position – die Ortungsdaten werden vom Satelliten an die Bodenstationen übermittelt. Ist erstmal klar, worin die Hauptgefährdung für die Vögel besteht, können ganz einfache Hilfsmittel wie beispielsweise die Befestigung von abschreckenden Vogelscheuchen an den Köderleinen das Risiko der Vögel, als Beifang zu enden, verringern. Teams von Wissenschaftlern bereiten sich nun auf die in den nächsten zwei Jahren durchzuführenden Überwachungsprogramme vor und unterstützen die Rettung der Seevögel durch Auswertung ihrer Ergebnisse für das weltweite Projekt von Bird Life International. „Wir wünschen den Wissenschaftlern viel Erfolg und danken allen, die sich an dieser Aufgabe beteiligen und uns mit wichtigen Daten, die wesentlich zur Rettung der Seevögel beitragen, versorgen“, sagte die Projektmitarbeiterin.
