Kuckuck in England extrem gefährdet
Der Kuckuck, bekannt als traditioneller Vorbote des Frühlings, gehört in England mittlerweile zu den am meisten gefährdeten Vogelarten. Die Anzahl dieser Vögel ist in den letzten 15 Jahren um etwa 40 Prozent gesunken. Zu den dort extrem bedrohten Arten gehören ebenfalls der Kiebitz, die Schafstelze, der Haussperling und der Star. Die britische Vogelschutzorganisation RSPB (1) hatte kürzlich eine Art rote Liste 2009 für gefährdete Arten herausgegeben – die letzte Ausgabe stammte aus dem Jahr 2002. Seitdem ist der kontinuierliche Rückgang von Vögeln, die ausgedehntes Ackerland und Waldgebiet bewohnen, zu einem wesentlichen Thema geworden. Der Kiebitz, ein einst weit verbreiteter Vogel und der Kernbeißer, eine weitgehend auf England begrenzte, im Wald lebende Vogelart, wurden in die aktuelle Version der sogenannten roten Liste aufgenommen. „Eine steigende Anzahl von einst weit verbreiteten und bekannten Vögeln werden in die rote Liste der Arten aufgenommen, die dringend Hilfe benötigen; dies ist eine Schande“, sagte der Leiter der Organisation. „Als die RSPB vor 120 Jahren gegründet wurde, scherten sich nur wenige um den Kuckuck, Kiebitz, Star und Haussperling. Mittlerweile haben diese Vögel bei unseren Schutzprojekten schon höchste Priorität. Besonders erschreckend ist der in letzter Zeit beobachtete drastische Rückgang von Zugvögeln, die im Sommer in das Land kommen.“ Zu den gefährdeten Arten gehören unter anderem auch der Waldlaubsänger und der Baumpieper – ihre Aufnahme in die rote Liste zeigt nach Aussage der RSPB, dass gerade Zugvögel, die in Europa nisten und in Afrika überwintern, also lange Strecken zurücklegen müssen, zunehmend in Schwierigkeiten geraten. Erstmalig wurden auch drei Seevogelarten als bedroht gelistet. Der Balearen-Strumtaucher – ein kleinerer Verwandter des Albatross – kommt regelmäßig im Herbst von seinen mediterranen Nistplätzen aus nach England und gilt dort als einer der seltensten Besucher, weiterhin haben Schmarotzerraubmöwe und Silbermöwe Einzug in die rote Liste gehalten. Allerdings wurden auch sechs Arten wieder aus der roten Liste der gefährdeten Arten entfernt, da bei diesen ein Anwachsen der Populationen zu verzeichnen war.
