Papageienschutz aktuell

Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Schweinegrippevirus jetzt auch bei Vögeln nachgewiesen

In Chile wurden nach Angaben der chilenischen Landwirtschaftsbehörde nun auch erstmals Vögel mit dem Schweinegrippevirus H1N1 infiziert, wie entsprechende Tests ergeben hatten.

Entdeckt wurde das Virus bei Puten auf einem Hof in der Nähe der chilenischen Hafenstadt Valparaíso, der daraufhin komplett unter Quarantäne gestellt wurde. Bisher war die Schweinegrippe nur beim Menschen und in einigen wenigen Fällen auch bei Schweinen aufgetreten, wie beispielsweise in einem Mastbetrieb in Kanada und Argentinien. Trotz der geläufigen Bezeichnung Schweinegrippe sind bisher fast nur Menschen an dem neuartigen Grippevirus erkrankt. Nach offiziellen Angaben starben inzwischen etwa 1800 Menschen weltweit.

Nach Einschätzung der Internationalen Tierseuchenbehörde OIE (1) ist das Vorkommen des Schweinegrippe-Erregers in der chilenischen Geflügelzucht kein Grund zur Panik. „Am wahrscheinlichsten ist die Hypothese, dass die Tiere von Menschen angesteckt wurden“, erklärte die stellvertretende Chefin der Behörde. Sie wies darauf hin, dass in Chile eine sehr hohe Anzahl von Menschen existiert, die mit dem H1N1-Erreger infiziert wurden und daraufhin erkrankten oder sogar starben, so dass eine Übertragung  auf Zuchttiere nicht als so ungewöhnlich anzusehen ist. Die Betriebe sollen daher streng überwacht werden. Nach Aussage der stellvertretenden Behördenleiterin ist eine Kombination von Vogelgrippe-Erregern und dem H1N1-Virus nicht grundsätzlich auszuschließen, wobei so etwas aber immer und überall bei Menschen wie Tieren möglich ist. Das H1N1-Virus selbst ist letztlich auch eine Kombination von Vogel-, Schweine- und Menschenviren.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer zweiten heftigen Schweinegrippe-Welle, auf die sich die Regierungen weltweit einstellen müssen. „Wir können nicht mit Sicherheit sagen, ob das Schlimmste vorbei ist oder ob das Schlimmste noch kommt“, sagte die WHO-Chefin in einer Videobotschaft zum Beginn eines dreitägigen Treffens von Experten aus dem asiatisch-pazifischen Raum in Peking. „Wir müssen aber auf jede Überraschung vorbereitet sein, die dieses Virus uns noch bereitet. Und wir müssen uns auf eine zweite oder sogar eine dritte Welle der Ausbreitung vorbereiten“.

 

(1)   Die Weltorganisation für Tiergesundheit (Office Internationale des Epizooties, OIE) wurde am 25. Januar 1924 von 25 Ländern gegründet. Auslöser dafür war die Invasion der Rinderpest nach Europa im Jahre 1920. Heute definiert die OIE in ihrem “Code” Standards zur Erhaltung der Internationalen Tiergesundheit von Säugern, Vögeln, Fischen und Meerestieren. Seit wenigen Jahren engagiert sich die OIE auch, um Tierschutzstandards weltweit zu verbessern.

 Quelle: „Schweinegrippe - Erstmals Vögel infiziert“, Sueddeutsche.de, 21.08.2009
 

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