Schädlinge bedrohen Artenvielfalt
Die Artenvielfalt auf den Galapagos-Inseln, wo schon Charles Darwin seine berühmten Finkenbeobachtete, wird durch eingeschleppte Insekten extrem gefährdet. Mit wachsendem Tourismus werden immer mehr Stechmücken mit Flugzeugen eingeschleppt und breiten sich auf den Inseln aus. Da die einheimischen Tierarten aber nicht an die von den fremden Mücken übertragenen Krankheiten angepasst sind, werden in Zukunft wahrscheinlich viele Arten aussterben, wenn nicht kurzfristig Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Die Galapagos-Inseln gehören zu Ecuador und liegen etwa 1000 km vom Festland entfernt im Pazifik. Sie sind bekannt durch ihre bemerkenswerte Artenvielfalt, die noch etwa zu 95 Prozent intakt ist, da die Region bisher größtenteils von der globalen Umweltzerstörung verschont geblieben ist. Gerade deshalb zieht die Inselgruppe aber inzwischen immer mehr Touristen an, was für die einheimische Flora und Fauna zukünftig negative Folgen haben könnte. Mit den Besuchern aus allen Ländern der Welt werden die fremden Insekten eingeschleppt, deren Verbreitung auf den Inseln mittlerweile untersucht wurde. Die Mücke beispielsweise überträgt viele Krankheiten, die dort sonst nicht vorkommen, so dass die einheimischen Tierarten diesen nichts entgegen zu setzen haben.. Eine kürzlich durchgeführte Studie, für die systematisch Flugzeuge untersucht und Gentests bei Mücken durchgeführt wurden, hatte ergeben, dass die Schädlinge in den Gepäckräumen der Flugzeuge auf die Inseln transportiert werden und von dort in die freie Wildbahn gelangen. Problemlos integrieren sie sich in schon bestehende Populationen anderer Insekten und pflanzen sich fort. Zusätzlich gelangen die Schädlinge auch mit Touristen-Booten auf die Inseln. Ganz besonders ist die Vogelwelt von Galapagos durch die fremd eingeschleppten Stechmücken gefährdet, die unter anderem auch Vogelmalaria und Vogelpocken übertragen. Nach Angaben des Studienleiters ist die Zahl der pro Flugzeug mitgeschleppten Insekten zwar nicht besonders hoch aber mittlerweile landen so viele Flugzeuge, dass damit die Menge der Parasiten doch schon ins Gewicht fällt. Der Tourismus bietet für die Galapagos-Inseln, die zum UN-Weltnaturerbe gehören und deren Flora und Fauna seit 2007 als gefährdet eingestuft ist, die wichtigste Einnahmequelle und gilt damit als Existenzgrundlage für die Region. Die ecuadorianische Regierung versucht das Problem zu lösen, indem sie ankommende Flugzeuge mit Insektiziden behandeln lässt. Die tatsächliche Wirksamkeit dieser Maßnahme konnte aber bisher noch nicht nachgewiesen werden und außerdem müssten in Zukunft hierbei auch ankommende Schiffe mit berücksichtigt werden. Die Regierung ist letztlich gezwungen, strikte Regeln aufzustellen und durchzusetzen, um Schlimmeres zu verhindern, denn der Tourismus steigt immer weiter an.
