Papageienschutz aktuell

Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Weißschulteribis in Kambodscha wieder auf dem Vormarsch

Erstmalig wurde jetzt eine landesweit organisierte Zählung des extrem gefährdeten Weißschulteribis (Pseudibis davisoni) in Kambodscha durchgeführt. Er gehört zur Familie der Sichler und Löffler und war einst weit in Südostasien verbreitet. Mittlerweile gilt der Weißschulteribis als vom Aussterben bedroht, wobei die noch verbleibende Population ungünstigerweise räumlich aufgesplittet lebt. Einige Exemplare dieser Art leben in Kambodscha, einige in Süd-Vietnam und eine weitere isolierte Population existiert noch auf der indonesischen Insel Borneo. Die Vorkommen liegen also so weit verteilt, dass ein genetischer Austausch nicht mehr möglich ist und somit jede einzelne der noch existierenden Populationen für sich um ihr Überleben kämpfen muss. Die aktuelle Zählung in Kambodscha, die dort an vier verschiedenen Stellen erfolgte, ergab jedoch eine unerwartet hohe Anzahl von 310 Tieren - dies gilt als der bisher größte bei Zählungen ermittelte Bestand. Wissenschaftler schließen aus diesem Ergebnis, dass die Population des Weißschulteribis auch weltweit möglicherweise höher ist als bisher vermutet. Dieser Ibis gehört schließlich auch zu den Arten, die von den Projekten der Organisation Bird Life International zur Rettung der vom Aussterben bedrohten Vögel profitieren.

Quelle: “New record count of white-shouldered Ibis”, Bird Life International, 01.10.2009 (www.birdlife.org)

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