Öl-Katastrophe in Australien gefährdet Artenvielfalt
Seit einem Bohrunfall auf einer australischen Förderplattform vor der Norwestküste Australiens im August diesen Jahres sind in der Timorsee, einem Nebenmeer des Indischen Ozeans, mehr als zwei Millionen Liter Rohöl ausgetreten. Der Ölteppich bedroht eine der artenreichsten maritimen Ökoregionendes australischen Kontinentes. Die Naturschutzorganisation WWF (World Wildlife Fund) entdeckte auf einer dreitägigen Forschungsexpedition in die betroffene Region Hunderte von Delfinen, Seevögeln und Meeresschildkröten, die in dem giftigen Ölteppich etwa 200 km vor der Küste gefangen waren. Mehrere Versuche der Betreiberfirma der Bohrinsel, das Leckan der Plattform abzudichten, schlugen fehl, so dass nach ihren Schätzungen weiterhin täglich etwa 400 Barrel Rohöl unkontrolliert aus dem Bohrloch in die Timorsee fließen. „Die Tierwelt dieser artenreichen Region stirbt schon jetzt, kritisch sind aber vor allem die langfristigen Schäden, die ein solch massiverund dauerhafter Ölaustritt verursacht“, warnte ein Meeresschutz-Experte des WWF. In der untersuchten Region befinden sich mindestens 5 Arten von Meeressäugern, 17 Seevogelarten und Meeresreptilien in tödlicher Gefahr. Nach Angaben des WWF stellt die steigende Zahl solcher Ölförderungsanlagen in sensiblen Regionen wie der Timorsee ein erhebliches Risiko für das Leben im Meer dar.
