Papageienschutz aktuell

Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Veterinäramt entdeckt Tierkadaver in Tiefkühltruhe

Im niedersächsischen Lüneburg, etwa 50 km von Hamburg entfernt, machten Mitarbeiter des Veterinäramtes und des Lüneburger Tierheimes einen unglaublichen Fund in einem Einfamilienhaus. Dort waren etwa 500 Tiere, darunter 360 Vögel eingepfercht und in einer Tiefkühltruhe entdeckten sie um die 100 Tierkadaver. “Das Haus war vom Keller bis zum Dach mit Tieren vollgestopft”, beklagte der Vorsitzende des Lüneburger Tierschutzvereines. Nach Angaben der Landkreis Pressesprecherin gegenüber den Medien war diese Familie schon öfter wegen nicht artgerechter Tierhaltung aufgefallen und einem der Mitbewohner schon 2006 die Haltung von Nutzgeflügel verboten worden. Doch das Gericht gestattete dem Sohn des Mannes einen Teil der Tiere zu übernehmen, woraufhin das Veterinäramt das Grundstück der Tierhalter regelmäßig überprüfte. Immer wieder wurde die Familie von der Behörde aufgefordert, den Tieren eine artgerechte Haltung zu bieten. Mitte Oktober entdeckten die Beamten schließlich das ganze Ausmaß der Tierquälerei. Die Tiere wurden im Tierheim untergebracht, die Kosten dafür zunächst vom Veterinäramt übernommen und die Familie wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt. Solche Fälle von Animal Hoarding (”Tierhorten”), wie Experten das krankhafte Sammeln von Tieren bezeichnen, häufen sich leider immer mehr. “Die Menschen meinen es im Grunde gut, doch irgendwann wächst ihnen alles über den Kopf”, erklärte die Leiterin des Tierheimes. Die Tierhalter leugnen dieses Problem jedoch, so dass den leidenden Tieren nur durch Aufmerksamkeit von Außenstehenden geholfen werden kann. “Alle sind von Parasiten befallen oder leiden unter Atemwegserkrankungen. einige haben den Transport zu uns gar nicht erst überlebt”, erklärte sie.

Quelle: “Animal Hording - 500 Tiere aus Haushalt gerettet”, Hamburger Abendblatt, 31.10.2009

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