Influenzavirus H5 bei Geflügel in Deutschland entdeckt
Im Landkreis Nordhausen, der im Norden von Thüringen am Südrand des Harzes gelegen ist, hat sich bei einem Geflügelbestand der Verdacht auf den Ausbruch der sogenannten Geflügelpest bestätigt. Bei Tests, die im nationalen Referenzlabor der Insel Riems durchgeführt wurden, konnte ein nur gering verbreitungsfähiges aviäres Influenzavirus des Subtyps H5 nachgewiesen werden. Es handelt sich bei dieser Infektion also um eine weniger aggressive Variante der Geflügelpest, die nicht sehr ansteckend ist. Der davon betroffene Geflügelbestand musste schließlich unter der Aufsicht des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes getötet werden. Die Behörde hatte als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme ein Sperrgebiet um den verseuchten Geflügelbestand mit einem Radius von mindestens 1 km festgelegt. Die Geflügelhalter aus den betroffenen Ortsteilen wurden durch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt mittels einer Allgemeinverfügung aufgefordert, ihre Tiere ab sofort ausschließlich im Stall zu halten - diese Maßnahmen sind durch die Geflügelpestverordnung vorgeschrieben. Eine in der Region geplante Geflügelschau wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. Wie das betroffene Geflügel sich infiziert hat ist unklar, möglich wäre es jedoch, dass sich die teilweise freilaufenden Tiere aus dem erkrankten Bestand bei Wildtieren angesteckt haben. Ein ähnlicher Fall ist nach Angaben des Internationalen Tierseuchenamtes in Paris auch in Frankreich aufgetreten. Dort wurde das H5-Influenzavirus in einem Bestand von 9000 Enten entdeckt, die jedoch keine oder nur leichte Symptome zeigten. Auch diese Tiere mussten getötet werden, wobei hier ebenfalls unklar war, auf welchem Weg sie sich infiziert hatten.
Quelle: „Kreis Nordhausen: Verdacht auf H5-Influenzavirus bestätigt“, AHO Redaktion, 21.11.2009
