Gefährdete Greifvögel in England abgeschossen
Seit kurzem steht der Rotmilan in der englischen Grafschaft Northamptonshire wieder vermehrt unter Beschuss - die Polizei forderte daher mögliche Zeugen, die den Abschuß der Vögel beoabachtet haben könnten, auf, sich dort zu melden. Schon in den Jahren 2005 bis 2009 wurden einige Exemplare dieser Art nachweislich geschossen oder vergiftet. Erst kürzlich fand man einen durch Schüsse getöteten Rotmilan auf einem Acker in der Nähe des Besucherzentrums von Fineshade Wood, einem Mischwald-Gebiet mit Wanderwegen und Campingplatz, in Northamptonshire. Der Vogel war dort gerade erst ausgewildert worden. Beim Rotmilan handelt es sich um einen Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen, der etwas größer ist als ein Mäusebussard und eine Körperlänge zwischen 60 und 73 cm sowie eine Flügelspannweite zwischen 150 und 171 cm aufweist. Er lebt in offenen, mit kleinen Gehölzen durchsetzten Landschaften, Agrarlandschaften und Parks. Sein Verbreitungsgebiet beschränkt sich im Wesentlichen auf Europa, wobei etwa die Hälfte seines Gesamtbestandes, der auf mindestens etwa 19.000 Paare geschätzt wird, allein in Deutschland brütet. In einigen europäischen Ländern ging der Bestand des Rotmilans seit Beginn der 1990er Jahre erheblich zurück. Verantwortlich für die Minderung der Art war die Intensivierung der Landwirtschaft, das schwindende Nahrungsangebot, vermehrte Freizeitaktivitäten von Touristen in ihren Brutgebieten. Sie wurden abgeschossen oder vergiftet und fielen oftmals auch Hochspannungsleitungen und Windkraftanlagen zum Opfer. “Der Abschuß von Raubvögeln ist eine grausame und nicht akzeptable Tat aber leider scheint das nicht aufzuhören. Ich möchte an jeden appellieren, sich mit uns in Verbindung zu setzen, der irgendwelche Informationen hat, Zeuge einer solchen Tat ist oder einen solchen Vogel tot auffindet”, erklärte der Kontaktbeamte der zuständigen Wildhüter-Truppe.
