Seltene Vogelart wiederentdeckt
In Nordosten von Afghanistan entdeckten Wissenschaftler einen Vogel, der weltweit als einer der seltensten gilt. Er wurde seit seiner Erstbeschreibung im Jahr 1867 nur dreimal überhaupt gesichtet. Im Sommer 2008 reiste ein amerikanischer Ornithologe in diese Region, um eine Bestandsaufnahme der dort lebenden Vogelarten durchzuführen. Während seiner Beobachtungen erstellte der Forscher auch eine Tonaufnahme eines ihm unbekannten Vogelrufs. Diese Aufnahme gelangte schließlich einige Monate später in die Hände von schwedischen Wissenschaftlern an der Universität von Göteborg, die den Vogelruf auf Grund ihrer bisherigen Forschungsarbeiten dem extrem seltenen Großschnabel-Rohrsänger zuordnen konnten. Bei dem Vogel handelt es sich um einen fernen Verwandten des bekannten Teichrohrsängers. Beide Arten weisen ein unauffälliges Erscheinungsbild auf, während der Großschnabel-Rohrsänger aber mit seinem imposanten Schnabel eine Besonderheit zu bieten hat. Durch die Tonaufnahme gab es somit konkrete Anhaltspunkte für das Vorkommen des Vogels im Nordosten von Afghanistan, so dass trotz des im Land herrschenden Krieges nochmals Wissenschaftler in dieses Gebiet reisten, um das seltene Exemplar dort aufzuspüren. Sie legten Netzfallen aus und fingen tatsächlich 15 Großschnabel-Rohrsänger, von denen sie für weitere Untersuchungen Fotos und Federproben an die schwedischen Forscher der Universität Göteborg schickten. Diese konnten an Hand von DNA-Analysen schließlich die Identität des Vogels bestätigten und so hatte man endlich nach 142 Jahren erfolgloser Suche das Brutgebiet des unbekanntesten Vogels der Erde gefunden. Die Art gilt jedoch trotz ihrer Wiederentdeckung als akut gefährdet, da die Einwohner der Region dort die Bäume zur Brennholzgewinnung abholzen und so den Lebensraum der Vögel zerstören. “Es ist daher absolut essenziell, dass wir sowohl die Art als auch ihr Habitat jetzt schützen”, erklärte ein Wissenschaftler.
