Afrikanischer Singvogel entlarvt Kuckuckseier
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Weltweit gibt es unter den Vögeln sieben Arten von sogenannten Brutparasiten wie etwa den Kuckuck, der bei uns den bekanntesten Vertreter dieser Arten darstellt. Der Kuckuck hat mittlerweile raffinierte Strategien entwickelt, anderen Vögeln seine Eier zum Brüten unterzujubeln. In den tropischen Regionen findet zwischen zwei afrikanischen Vogelarten, dem Kuckucksweber und der Rahmbrustprinie, ein möglicherweise schon Millionen von Jahren andauernder evolutionärer Kampf um die Entwicklung von Täuschungsmöglichkeiten und Gegenstrategien statt. Der Kuckucksweber legt seine Eier in die Nester der Rahmbrustprinie, einem kleinen vorwiegend insektenfressenden Singvogel, der zu den Sperlingsvögeln zählt. Doch im Laufe der Zeit hat die Rahmbrustpinie eine Taktik entwickelt, dem Brutparasiten entgegenzuwirken. Biologen der britischen Cambridge-Universität haben herausgefunden, dass die Prinien die verschiedenartigsten Eier unter den Vögeln legen. Ihre Eier, die von allen Vogeleiern weltweit die größte Bandbreite in Farbe und Musterung aufweisen, sind dadurch mit so vielen komplexen Merkmalen versehen, dass den Brutparasiten die Nachahmung schwer fällt. „Prinien legen vermutlich die vielfältigsten Vogeleier der Welt und dies ist wahrscheinlich ein Ergebnis des langen koevolutiven Kampfes mit den Kuckuckswebern. Die Eier sind hinsichtlich der Verschiedenheit und Komplexität der Kennzeichnungen durchaus mit einer Banknote vergleichbar, was es dem Parasiten möglicherweise sehr erschwert, sie zu fälschen“, erklärte einer der Wissenschaftler aus Cambridge. Jedoch hat etwa der Kuckucksweber im Laufe der Zeit auch seine Methoden soweit verfeinert, dass es ihm immer besser gelingt, die komplexen Signaturen der Wirtseier zu imitieren. Die Forscher haben im Zuge ihrer Experimente fremde Eier in die Nester von Rahmbrustprinien gelegt, um zu beobachten, welche Eier von den Vögeln abgelehnt wurden. Sie analysierten Farbgebung und Musterung der Eier mit Hilfe von Computern, die sie mit spektroskopischen Daten versorgten, um das Sehvermögen der Vögel zu reproduzieren, die ja im Gegensatz zum Menschen UV-Licht und ein breiteres Farbspektrum wahrnehmen können. Sie nehmen also Merkmale wahr, die für uns unsichtbar bleiben. Das Ergebnis der Versuche zeigte, dass die Prinien fremde Eier sehr gut erkennen konnten, da sie schon geringfügige Abweichungen in Farbe und Musterung registrierten. Diese Fähigkeit zur natürlichen Selektion stellt an den Kontrahenten die ständige Herausforderung, seine Kuckuckseier zu immer besseren Nachbildungen der Wirtseier zu machen.
