Papageienschutz aktuell

Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Tierfreundliche Maßnahmen gegen Taubenplage

In größeren Städten werden Tauben oftmals zu einer regelrechten Plage, was vor allem dazu führt, dass die hygienischen Zustände in den Städten zu wünschen übrig lassen. Die Stadt Wien, in der schätzungsweise bis zu 150.000 Stadttauben leben, startet in Kürze einen Versuch, diesen Mißstand mit Hilfe tierfreundlicher Methoden abzustellen. In einem Wiener Gemeindebezirk soll bis Ende Juli ein Taubenschlag fertig gestellt werden, in dem die Vögel sowohl wettergeschützte Nistplätze als auch frisches Wasser und Futter finden. Da die Tauben sich nicht nur nachts, sondern auch den größten Teil des Tages im Taubenschlag aufhalten, wird dort auch zukünftig der überwiegende Anteil an Kot landen, so dass die Stadt sauberer bleibt. Artgerechtes Futter und frisches Hochquellwasser sollen dazu beitragen, dass die Tiere gesund bleiben und nicht so schnell von Parasiten befallen werden. Die gelegten Taubeneier werden künftig durch künstliche Eier ersetzt, um so eine Kontrolle der Populationsgröße zu gewährleisten. Das Projekt ist zunächst versuchsweise für ein Jahr geplant und bietet die Möglichkeit, den städtischen Taubenschlag wissenschaftlich zu beobachten, um so die Wirksamkeit dieser Maßnahme zu testen. Sollte sie sich als erfolgreich erweisen, soll dieses Modell großflächig zum Einsatz kommen. Während des Versuchsjahres übernimmt eine Reinigungsfirma die regelmäßige Reinigung und Desinfizierung der Einrichtung. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von der Wiener Stadträtin mit dem Ziel, die Verschmutzung durch Taubenkot, unangenehmen Geruch, durch Kot verursachte Schäden an Gebäuden und Lärmbelästigungen durch die vielen Tauben stark zu reduzieren. “Diese Problematik wollen wir jetzt mit einem innovativen Modell nachhaltig in den Griff bekommen”, erklärte die Stadträtin.

Quelle: “Stadt will Tauben überlisten”, Der Standard, 23.06.2010

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